BLASTECHNIK

>>Artikulation & Intonation<<

In seinem 3. Fachartikel hat Robert Kreutzer 2014 neben neuen »Grundregeln der Artikulation & Intonation« auch »die klassischen Grundartikulationsarten für Blech- & Holzbläser in Zusammenhang & Wechselwirkung zur Atemtechnik« neu definiert.

Fachartikel

Robert Kreutzer »Artikulation & Intonation. Eine Frage der Atemtechnik«, 2-5/2014

Teil 1, 2-2014: »Artikulation & Intonation. Eine Frage der Atemtechnik«
Teil 2, 3-2014: »Mit Schwung nach außen«: Robert Kreutzer über den Luftfluss
Teil 3, 4-2014: Neu aufgestellt: »Grundregeln der Artikulation für Bläser«
Teil 4, 5-2014: »Grundregeln der Artikulation für Bläser«

>>Ansatztechnik für Blechbläser<<

Seine Definitionen zur Ansatztechnik bei den Blechbläsern hat Robert Kreutzer erstmals 2006 im Internet auf der Webseite www.robertkreutzer.at präsentiert.

>>Grundlagen eines optimalen Blechbläser-Ansatzes<<

Um zu einem kompakten und gleichzeitig flexiblen Blechbläser-Ansatz zu gelangen, sind einige wenige, aber wichtige Grundlagen zu beachten.

  • 1. Passiv-Stellung
  • 2. Unterkiefer-Stellung vorne
  • 3. Lippen eingerollt
  • 4. Ringmuskel angespannt
  • 5. Mundwinkel vorne
  • Alle
passiv-stellung

Normalerweise ist der Unterkiefer in »Passiv-Stellung« bei geschlossenem Mund so positioniert, dass die unteren Schneidezähne hinter den oberen liegen.
Wird diese Position beim Blasen beibehalten, ergibt sich daraus der Nachteil, dass vor allem in der hohen Lage die Unterlippe immer weiter nach innen rutscht. In der Folge kommt zu viel Druck auf die Oberlippe, womit diese nicht mehr frei schwingen kann.

Eine solch ungleichmäßige Druckverteilung des Mundstücks auf die Lippen macht beispielsweise das Blasen von »High-notes« nahezu unmöglich!

Um dies auszugleichen und eine möglichst ökonomische Druckverteilung auf Unter- und Oberlippe zu gewährleisten, muss je nach anatomischer Beschaffenheit des jeweiligen Blechbläsers der Unterkiefer leicht nach vorne geschoben werden. Die unteren und oberen Schneidezähne sollen in etwa auf gleicher Höhe stehen, damit eine möglichst flache, ebene Auflage für das Mundstück gegeben ist.

Je besser die Druckverteilung ist, desto mehr Druck halten die Lippen aus. Im Idealfall werden Unter- und Oberlippe gleichmäßig belastet.

Durch ein leichtes Einrollen der Lippen wölben sich diese, womit die Lippensubstanz effektiv als »Muskelpolster« genutzt werden kann.
Andererseits ist das Einrollen auch nötig, um eine gewisse Flexibilität während dem Blasen – vor allem beim Wechsel zwischen tiefer und hoher Lage – zu gewährleisten (leichtes Ausrollen im tiefen Register, leichtes Einrollen im hohen Register). Wird das Mundstück bei nicht eingerollten Lippen angesetzt, geht diese Beweglichkeit verloren.
Weiters wird bei eingerollten Lippen ein Ansetzen des Mundstücks im empfindlicheren Lippenrot vermieden.

Der Ringmuskel muss wie jeder andere Muskel auch konsequent trainiert werden, um an Kraft, Ausdauer und Substanz zu gewinnen. Dies kann entweder direkt beim Blasen oder auch durch entsprechendes »Trockentraining«, wie z. B. ein kraftvolles Anspannen des Ringmuskels geschehen.
Wichtig ist, dass der gesamte Ringmuskel immer in optimaler Ansatz-Stellung (Unterkiefer vorne/Lippen eingerollt/Mundwinkel vorne) trainiert wird, um möglichst praxisbezogen zu arbeiten.
Bei der Tongebung selbst ist allerdings ein kraftvolles Anspannen zu vermeiden, weil ansonsten ein freies Schwingen der Lippen unterbunden werden würde!

Um den Ringmuskel optimal als »Lippenpolster« nutzen zu können und ein schnelles Ermüden durch übermäßigen Druck zu vermeiden, ist es notwendig, die Mundwinkel nach vorne zu geben. Dem Ringmuskel wird damit von der Seite der nötige Halt bzw. Stabilität gegeben.
Dies ist vor allem für das hohe Register nötig, um soviel Substanz wie möglich unter das Mundstück zu bringen. Letztendlich zieht sich der Ringmuskel »in die Mitte« zusammen, der Ansatz wird auf diese Weise »zentriert«!
Keinesfalls dürfen die Mundwinkel nach hinten oder unten gezogen werden, was einem Substanzverlust gleichkommen würde.

1. Passiv-Stellung

passiv-stellung

Normalerweise ist der Unterkiefer in »Passiv-Stellung« bei geschlossenem Mund so positioniert, dass die unteren Schneidezähne hinter den oberen liegen.
Wird diese Position beim Blasen beibehalten, ergibt sich daraus der Nachteil, dass vor allem in der hohen Lage die Unterlippe immer weiter nach innen rutscht. In der Folge kommt zu viel Druck auf die Oberlippe, womit diese nicht mehr frei schwingen kann.

Eine solch ungleichmäßige Druckverteilung des Mundstücks auf die Lippen macht beispielsweise das Blasen von »High-notes« nahezu unmöglich!

2. Unterkiefer-Stellung vorne

Um dies auszugleichen und eine möglichst ökonomische Druckverteilung auf Unter- und Oberlippe zu gewährleisten, muss je nach anatomischer Beschaffenheit des jeweiligen Blechbläsers der Unterkiefer leicht nach vorne geschoben werden. Die unteren und oberen Schneidezähne sollen in etwa auf gleicher Höhe stehen, damit eine möglichst flache, ebene Auflage für das Mundstück gegeben ist.

Je besser die Druckverteilung ist, desto mehr Druck halten die Lippen aus. Im Idealfall werden Unter- und Oberlippe gleichmäßig belastet.

3. Lippen eingerollt

Durch ein leichtes Einrollen der Lippen wölben sich diese, womit die Lippensubstanz effektiv als »Muskelpolster« genutzt werden kann.
Andererseits ist das Einrollen auch nötig, um eine gewisse Flexibilität während dem Blasen – vor allem beim Wechsel zwischen tiefer und hoher Lage – zu gewährleisten (leichtes Ausrollen im tiefen Register, leichtes Einrollen im hohen Register). Wird das Mundstück bei nicht eingerollten Lippen angesetzt, geht diese Beweglichkeit verloren.
Weiters wird bei eingerollten Lippen ein Ansetzen des Mundstücks im empfindlicheren Lippenrot vermieden.

4. Ringmuskel angespannt

Der Ringmuskel muss wie jeder andere Muskel auch konsequent trainiert werden, um an Kraft, Ausdauer und Substanz zu gewinnen. Dies kann entweder direkt beim Blasen oder auch durch entsprechendes »Trockentraining«, wie z. B. ein kraftvolles Anspannen des Ringmuskels geschehen.
Wichtig ist, dass der gesamte Ringmuskel immer in optimaler Ansatz-Stellung (Unterkiefer vorne/Lippen eingerollt/Mundwinkel vorne) trainiert wird, um möglichst praxisbezogen zu arbeiten.
Bei der Tongebung selbst ist allerdings ein kraftvolles Anspannen zu vermeiden, weil ansonsten ein freies Schwingen der Lippen unterbunden werden würde!

5. Mundwinkel vorne

Um den Ringmuskel optimal als »Lippenpolster« nutzen zu können und ein schnelles Ermüden durch übermäßigen Druck zu vermeiden, ist es notwendig, die Mundwinkel nach vorne zu geben. Dem Ringmuskel wird damit von der Seite der nötige Halt bzw. Stabilität gegeben.
Dies ist vor allem für das hohe Register nötig, um soviel Substanz wie möglich unter das Mundstück zu bringen. Letztendlich zieht sich der Ringmuskel »in die Mitte« zusammen, der Ansatz wird auf diese Weise »zentriert«!
Keinesfalls dürfen die Mundwinkel nach hinten oder unten gezogen werden, was einem Substanzverlust gleichkommen würde.

 

Die voranstehenden Ausführungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Selbstverständlich ergeben sich durch die unterschiedlich großen Mundstücke der einzelnen Blech-Blasinstrumente auch verschiedene Druck- und Spannungsverhältnisse.

Diese Grundrichtlinien gelten vom Prinzip her aber für alle Blechbläser, wobei allerdings von »normalen« anatomischen Gegebenheiten (gerade Zahnstellung etc.) ausgegangen wird. Diverse Fehlstellungen der Zähne oder des Unterkiefers sind in Bezug auf eine optimale Ansatzstellung immer gesondert zu beurteilen und abzustimmen.

© Copyright by ROBERT KREUTZER 2006

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